Rubrik ‘Allgemein’

Arbeit als Religion, filmisch betrachtet

15. Mai 2013

 

Die Annahme, Arbeit sei zur Religion unsrer Zeit geworden, ist nicht eben neu. Schon Max Weber sagte das. In der westlichen Welt gelte Arbeit , so schreibt er, als von Gott vorgeschriebener Selbstzweck des Lebens überhaupt. Wertlos und geradezu verwerflich sei aus diesem Blickwinkel der Müßiggang – „wer rastet, der rostet“, lautet die sprichwörtliche Entsprechung.

Dass dieser moderne Glaube teilweise absurde Züge trägt, wird neuerdings auch gern von Filmemachern thematisiert. Wir erinnern uns an Carmen Losmanns genialen Dokumentarfilm „work hard play hard, in dem die unkommentierte Beobachtung echter Arbeitszenen genügt, damit einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Seit 2. Mai ist nun „Frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Konstantin Faigle in den Kinos. Auch seine filmische Aufbereitung wird  echte Jünger wohl kaum dazu bringen, vom Glauben abzufallen…

“Selber denken,” sagt auch Heiner Geißler!

18. Apr 2012

 

Wunderbar, dachte ich, als ich davon hörte – der Mann kann, ohne vom Verlag eingebremst zu werden, einen Titel benutzen, den „kein Mensch“ versteht: „Sapere aude!“ so heißt das neue Buch von Heiner Geißler. Einer wie er, der darf das, hat er doch längst das Etikett „Querdenker“ verpasst gekriegt. Im Mittelalter war das der Hofnarr.

Nachdem ich mich also bei Wiki  darüber schlau gemacht habe, was „Sapere aude“ bedeutet, freue ich mich um so mehr und reiche Herrn Geißler symbolisch über seinen reich gedeckten Büchertisch hinweg die Hand: „Selber denken ist der Schlüssel zum Runterschalten,“ das schreibe ich nämlich auch!

Wir stellen uns also beide hin und rufen „Leute, wagt es, selbst zu denken“, in einer Zeit, in der das Denken und Fühlen längst ausgelagert ist  an „Think Tanks“. In einer Zeit, in der das Selber Denken in Unternehmen gar nicht goutiert und noch weniger gefördert wird. Aber macht nix, es muss ja mal gesagt werden. Und  ach jaaa, tut doch gut, so ein symbolischer Schulterschluss…:-)

Vorgesetze und Gesundheitsmanagement – eine neue Aufgabe?

24. Jun 2011

 Mitarbeiter haben allerhand Erwartungen an ihre Vorgesetzten, das höre ich immer wieder.  Aber über eine Anforderung, die mit der Erhaltung ihrer eigenen Gesundheit zu tun hat, höre ich seltsamerweise kaum etwas:  Über das sogenannte Gesundheitsmanagement.

Vielen Berufstätigen scheint nicht klar zu sein, dass, abgesehen von ihnen selbst,  ihre Chefs auf  ihr Wohlbefinden   achten sollten – und vielen Vorgesetzten wohl auch nicht.

 Ihnen allen sei ein Buch des Arzts und Psychologen Prof. Dr. Michael Kastner empfohlen: Leistungs- und Gesundheitsmanagement.  Demnach sind es drei Dinge, auf die Vorgesetzte beim Führen achten sollten:

- möglichst klare, transparente Verhältnisse und Sicherheit am Arbeitsplatz

- möglichst selbstbestimmtes Handeln, eigener Verantwortungsbereich

-  zufriedenstellende Arbeitszeit-Regelung

Führungskräfte sollten, schreibt Kastner,  “auch ein gewisses ´nachsichtiges´ Verständnis dafür entwickeln, dass die meisten Menschen nicht an Veränderungen interessiert sind, solange es ihnen subjektiv gut geht. Die permanenten Aufforderungen im Change Management ´wer sich nicht verändert, wird verändert´ erzeugen Reaktanzen, Widerstände und Konflikte.”

Zugegeben, das klingt ziemlich psychologisch. Dass dazu erst mal Strukturen verändert werden müssten, und dass davon Unternehmen sogar profitieren können, hat der Autor offenbar kaum im Blick. Aber dennoch: Man kann es nicht oft genug sagen – Nachhaltigkeit, auch im Umgang mit Mitarbeitern, ist in!

Runterschalten zu Ostern

24. Apr 2011

Runterschalten zu Ostern

Was machen Sie so, zu Ostern? Wenn Sie nicht grad mein Buch „Runterschalten“ lesen und davon gar nicht mehr loskommen, hätte ich hier ein paar Ideen für Sie:

Lassen Sie das Auto stehen, sparen Sie Nerven und Sprit. Statt dessen: Ambulieren Sie, gehen Sie spazieren, wie es gute Sitte ist zu Ostern.  Wenn Ihnen das zu sportlich vorkommt und Sie lieber virtuell flanieren, habe ich auf meinem perspective-coaching-weblog einige Vorschläge dazu. Aber hier sind noch zwei, fürs süße Nichtstun:

Ein Rundum-Blick auf Newcastle. Eine absolut sinnfreie Enzyklopädie.

Schöne Ostern! Ihre Wiebke Sponagel

Raus aus der Stressfalle, mit Eigenlob?

17. Apr 2011

„Am liebsten würde ich es allen recht machen….“ Mein Klient grinst schief, als er diesen Satz ausspricht. Er weiß genau, in welche Nöte er sich mit dieser Haltung bringt. Er ist die Arbeitsbiene in der Abteilung, alle wissen, dass er nicht „nein“ sagen kann.

 Starkes Streben nach Anerkennung von allen Seiten, gepaart mit der Unfähigkeit, eigene Leistungsgrenzen zu sehen, sind Faktoren, die bekanntermaßen den persönlichen Stress verstärken. Stellen Sie sich doch mal vor, frage ich an der Stelle meist, wofür man Sie gern haben kann, wenn Sie den ganzen Stress nicht hätten?

 Da ernte ich meist erst mal Stirnrunzeln. Denn obwohl den meisten bewusst ist, dass „Nicht-nein-sagen-können“ für sie problematisch ist, ziehen die wenigsten den Schluss zu ihrem Drang, von anderen gelobt zu werden. Der erste Schritt aus der Stressfalle ist daher „eigentlich“ ganz einfach: Es nicht mehr allen recht machen wollen. Unabhängig davon werden und eine positive Buchführung für sich selbst anfangen. In dem Fall stinkt Eigenlob nämlich nicht.

Buchcover

18. Jan 2011

Den sehr schönen Umschlag zum Buch hat übrigens Maria Seidel gemacht. Danke!