Rubrik ‘Downshifting’

Unternehmen mit work-life-balance

02. Okt 2013

 

Immer wieder höre ich die Frage – wo gibt es Unternehmen, die auf ihre Angestellten im Sinne einer angemessenen work-life-balance achten?

Hier habe ich schon mehrmals darauf geantwortet: Es gibt sie, diese Firmen, aber man muss einen Moment nach ihnen suchen. Der Automobilzulieferer „Dräxlmaier“ in Niederbayern scheint demnächst auch dazu zu gehören. Dort wird beispielsweise Mehrarbeit grundsätzlich nicht finanziell, sondern mit Freizeit ausgeglichen. Ein Ampelsystem zeigt jedem Mitarbeiter an, wann es „dunkelgelb“ wird für ihn – ab 130 Überstunden nämlich. Außerdem will man demnächst acht Krippenplätze anbieten und arbeitet an einer Betriebsvereinbarung zur Gefährdungsanalyse . Alles kleine Pflastersteine auf dem richtigen Weg zum Ziel.

Gesucht: Nachhaltige Unternehmen

25. Apr 2013

 

Oft höre ich von meinen Klienten, dass sie nach Arbeitgebern suchen, die „respektvoll und wertschätzend“ mit ihrem Personal umgehen. Sie meinen damit solche Unternehmen, die auch auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter achten, nachhaltige Unternehmen also.

Seit heute sind sie mit dieser Suche nicht allein.

Die bundesweite Initiative „TOP Gesundheitsmanagement“ hat den „Gesundheitsmanagement-Award 2013 für Deutschlands fittestes Unternehmen“ ausgelobt. Ab jetzt können sich Firmen bewerben, die meinen, mit ihrer Fürsorge für die Gesundheit ihrer Belegschaft punkten zu können.

Glaubt man den Initiatoren, so fehlt ein nachhaltiger Umgang mit der Humanressource noch in zwei Dritteln der Großunternehmen. Im Mittelstand sieht es noch trauriger aus – nur jedes zwanzigstes Unternehmen ist gegenwärtig in dieser Hinsicht engagiert. Das liegt, so meinen die Preisverleiher, meist an fehlendem Wissen darüber, wie ein betriebliches Gesundheitsmanagement umgesetzt wird.

Mehr dazu hier.

Eine gute Nachricht jedenfalls für alle, die runterschalten wollen…

Achtzig Prozent arbeiten, als Mann, geht nicht? Geht doch!

28. Mrz 2013

 

Neulich rief ein ehemaliger Klient an. Ein drahtiger Mann besten Alters mit anspruchsvollem Job im Finanzsektor.  Sein Anliegen: Veränderung in Richtung Wohnort. Nicht nur die Arbeit, auch das stete Pendeln von zuhaus  nach Frankfurt nagten an den Reserven.

Nach und nach veränderte er vieles in seinem Leben, auch privat.  Er ging aktiv auf potentielle neue Arbeitgeber zu, auch wenn ihm das Initiativ-Bewerben zunächst nicht ganz koscher vorkam. Er bewarb sich – obwohl die letzten Vorstellungsgespräche „schon ein paar Jährchen her“ waren. Der Mann machte das, was man im Coaching „ die Comfortzone ausdehnen“ nennt: Er betrat Neuland, probierte aus, knüpfte neue Kontakte.

Zugegeben, den neuen Job in seiner Region hat er noch nicht, die Branche dümpelt momentan. Aber seine Stimme am Telefon klang gelöst und lebendig: Er hat nämlich eine für sich passende Zwischenlösung gefunden.  Er arbeitet jetzt nur noch 80 Prozent, jederzeit wieder „aufstockbar“, denn er wird geschätzt im Unternehmen.  Das durchzuboxen, war nicht leicht. Aber mit dem Zusatztag kann er viel anfangen – er will sich ja auch nach wie vor weiter bewerben.

Ich habe ihm gratuliert zu seiner Wendigkeit und Ausdauer. Er gehört nicht zu denen, die sagen, „das geht nicht.“

 Mehr zu dem Thema Männer und Downshifting finden Sie – ausser in meinen Büchern “Runterschalten” und “Downshifting” - im aktuellen SPIEGEL  WISSEN Magazin (Nr. 1 / 2013) mit dem Titel “Einfach leben” .

Letzte Wünsche

26. Feb 2013

 

Immer mal wieder stelle ich in meinen Beratungen die Feenfrage. Sie lautet „Stellen Sie sich vor, ich könnte zaubern, und morgen wäre alles anders – wie wäre es dann?“

Die Antworten darauf sind unterschiedlich, haben aber oft zu tun mit der Fassadenhaftigkeit des Lebens, mit der Furcht davor, eine Maske abzulegen, bzw. mit der Freude, endlich „echt“ sein zu dürfen.

Am Ende eines Lebens wird kein Coach diese Frage mehr stellen. Aber eine australische Palliativ-Pflegerin hat Menschen auf dem Sterbebett gefragt, was sie rückblickend am meisten  bedauern. Entstanden ist ein Buch mit einer Hit-Liste von Wünschen, die ersten vier lauten:

1. “Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben”

2. “Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“

3. “Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken”

4. “Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten”

Mehr dazu lesen Sie hier.

Übrigens: Wir Lebenden können unser Leben (noch!) gestalten.  Stellen Sie sich doch auch mal die Feenfrage…

Downshifting – demnächst im Kleinformat für Sie

12. Feb 2013

 

„Runterschalten!“ bekommt ein Geschwisterlein: „Downshifting“. Wem „Runterschalten!“ im Zeitalter des Schnell-Lesens zuviel Lektüre ist, der kann Ende Februar zu diesem auch bei Haufe erschienenen Taschenguide greifen: Sie erfahren dort kurz und knackig, welche Gedanken Sie sich machen sollten, wenn Sie downshiften wollen, und wie Sie eine ganz individuelle Lösung für sich hinbekommen können. Außerdem aktuelle Hinweise auf Informationsquellen.

Wenn Sie Ideen oder Fragen dazu haben und sich mit mir und anderen austauschen wollen, kommen Sie doch am 7. März um 17:30 Uhr zu Hugendubel Frankfurt/Steinweg:

Ich bin da und freue mich auf Sie!

SPIEGEL online über das Runterschalten

04. Okt 2012

 

Immer wieder werde ich nach Rezepten fürs Runterschalten gefragt werde immer wieder sage ich, es gibt keine. Für all jene, die zu faul oder zu beschäftigt sind, mein Buch zu lesen und doch „einen Einblick haben“ möchten, habe ich jetzt eine gute Empfehlung:

Lesen Sie den aktuellen Artikel bei Spiegel online über den Fall einer Steuerfachwirtin, die schrittweise runtergeschaltet hat. Da sieht man sehr schön, dass das Downshiften, wie es international heißt, ein ganz individueller Prozess ist, für das ein „one-for-all-Rezept“ einfach nicht taugen kann. Jeder macht es eben anders, für sich passend.

Runterschalten mit Teilzeit – auch für Männer

05. Sep 2012

Es tut sich was in Deutschland – langsam zwar, aber immerhin. Immer mehr Entscheidungsträger in großen Konzernen scheinen zu begreifen, dass der „competence drain“ durch burnout ein echtes Problem darstellt.

Neuerdings bietet die Telekom Teilzeitarbeit für ihren Managernachwuchs an, näheres dazu hier.  Momentan arbeiten dort etwa 20 Manager in Teilzeit, weitere 70 bis 80 Interessierte sind angemeldet, überwiegend Männer. Dass sie dafür – wie auch in meinem Buch „Runterschalten“ beschrieben -  mitunter von den Kollegen schräg angeschaut werden, nehmen sie in Kauf.

Ein kleiner Schritt, um endlich der Teilzeit das Gschmäckle von billiger Frauenarbeit zu nehmen. Aber wie sagte der kürzlich verstorbene Neil Armstrong? „Ein kleiner Schritt für einen Menschen…“

“Selber denken,” sagt auch Heiner Geißler!

18. Apr 2012

 

Wunderbar, dachte ich, als ich davon hörte – der Mann kann, ohne vom Verlag eingebremst zu werden, einen Titel benutzen, den „kein Mensch“ versteht: „Sapere aude!“ so heißt das neue Buch von Heiner Geißler. Einer wie er, der darf das, hat er doch längst das Etikett „Querdenker“ verpasst gekriegt. Im Mittelalter war das der Hofnarr.

Nachdem ich mich also bei Wiki  darüber schlau gemacht habe, was „Sapere aude“ bedeutet, freue ich mich um so mehr und reiche Herrn Geißler symbolisch über seinen reich gedeckten Büchertisch hinweg die Hand: „Selber denken ist der Schlüssel zum Runterschalten,“ das schreibe ich nämlich auch!

Wir stellen uns also beide hin und rufen „Leute, wagt es, selbst zu denken“, in einer Zeit, in der das Denken und Fühlen längst ausgelagert ist  an „Think Tanks“. In einer Zeit, in der das Selber Denken in Unternehmen gar nicht goutiert und noch weniger gefördert wird. Aber macht nix, es muss ja mal gesagt werden. Und  ach jaaa, tut doch gut, so ein symbolischer Schulterschluss…:-)

Kinotipp: “Work hard, play hard” – ohne work-life balance

13. Apr 2012

 

Gläserne Bürotürme, in denen sich Bewerber beim Jobinterview sichtbar verbiegen. Führungskräfte, die vorgeben, für noch mehr Leistung die DNA ihrer Mitarbeiter verändern zu wollen. Trainer, für die Mitarbeiter entweder nur high oder low Performer sind… das zeigt der preisgekrönte Dokumentarfilm „Work hard, play hard“ von Carmen Losmann, der ab 12. April in den Kinos läuft.

Für Menschen, die runterschalten wollen, ist dieses Porträt unsrer schönen, antiseptischen Arbeitswelt sicher ein zusätzlicher Anreiz. Mehr Informationen bei hr online, Hauptsache Kultur.

Unerwartetes Weihnachtsgeschenk: Runterschalten im KulturSPIEGEL

23. Dez 2011

 

Wer hätte das gedacht? Kurz vor (zwanzig-)zwölf  ist es, und das Jahr 2011 dreht für mich noch mal auf: Ich werde eingeladen zu einem Interview mit dem KulturSPIEGEL-Redakteur Wolfgang Höbel und zu einer zweistündigen Fotosession, Thema: Runterschalten – Downshifting.

 An die 200 Bilder werden geschossen, nie gehörte Fragen gestellt – was denn  Schiffbruchkompetenz genau sei, will der Mann vom SPIEGEL zum Beispiel wissen. Das Ergebnis ist im aktuellen KulturSPIEGEL unter dem Titel „Abspecken!“ zu sehen: Eine echt gelungene Geschichte über den Zusammenhang von Sinnsuche, Germknödeln und „Fleisch mit Gesicht.“  Schauen Sie mal rein, in den aktuellen SPIEGEL. Wenn Sie aus der Beilage ein Ferkel freundlich angrinst, sind Sie richtig!

Jetzt auch online zu lesen: http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-83184544.html