‘downshifting’

SPIEGEL online über das Runterschalten

04. Okt 2012

 

Immer wieder werde ich nach Rezepten fürs Runterschalten gefragt werde immer wieder sage ich, es gibt keine. Für all jene, die zu faul oder zu beschäftigt sind, mein Buch zu lesen und doch „einen Einblick haben“ möchten, habe ich jetzt eine gute Empfehlung:

Lesen Sie den aktuellen Artikel bei Spiegel online über den Fall einer Steuerfachwirtin, die schrittweise runtergeschaltet hat. Da sieht man sehr schön, dass das Downshiften, wie es international heißt, ein ganz individueller Prozess ist, für das ein „one-for-all-Rezept“ einfach nicht taugen kann. Jeder macht es eben anders, für sich passend.

“Selber denken,” sagt auch Heiner Geißler!

18. Apr 2012

 

Wunderbar, dachte ich, als ich davon hörte – der Mann kann, ohne vom Verlag eingebremst zu werden, einen Titel benutzen, den „kein Mensch“ versteht: „Sapere aude!“ so heißt das neue Buch von Heiner Geißler. Einer wie er, der darf das, hat er doch längst das Etikett „Querdenker“ verpasst gekriegt. Im Mittelalter war das der Hofnarr.

Nachdem ich mich also bei Wiki  darüber schlau gemacht habe, was „Sapere aude“ bedeutet, freue ich mich um so mehr und reiche Herrn Geißler symbolisch über seinen reich gedeckten Büchertisch hinweg die Hand: „Selber denken ist der Schlüssel zum Runterschalten,“ das schreibe ich nämlich auch!

Wir stellen uns also beide hin und rufen „Leute, wagt es, selbst zu denken“, in einer Zeit, in der das Denken und Fühlen längst ausgelagert ist  an „Think Tanks“. In einer Zeit, in der das Selber Denken in Unternehmen gar nicht goutiert und noch weniger gefördert wird. Aber macht nix, es muss ja mal gesagt werden. Und  ach jaaa, tut doch gut, so ein symbolischer Schulterschluss…:-)

Unerwartetes Weihnachtsgeschenk: Runterschalten im KulturSPIEGEL

23. Dez 2011

 

Wer hätte das gedacht? Kurz vor (zwanzig-)zwölf  ist es, und das Jahr 2011 dreht für mich noch mal auf: Ich werde eingeladen zu einem Interview mit dem KulturSPIEGEL-Redakteur Wolfgang Höbel und zu einer zweistündigen Fotosession, Thema: Runterschalten – Downshifting.

 An die 200 Bilder werden geschossen, nie gehörte Fragen gestellt – was denn  Schiffbruchkompetenz genau sei, will der Mann vom SPIEGEL zum Beispiel wissen. Das Ergebnis ist im aktuellen KulturSPIEGEL unter dem Titel „Abspecken!“ zu sehen: Eine echt gelungene Geschichte über den Zusammenhang von Sinnsuche, Germknödeln und „Fleisch mit Gesicht.“  Schauen Sie mal rein, in den aktuellen SPIEGEL. Wenn Sie aus der Beilage ein Ferkel freundlich angrinst, sind Sie richtig!

Jetzt auch online zu lesen: http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-83184544.html

Neues zum Burnout: Manager, ändert die Strukturen, sagt managerSeminare

25. Aug 2011

 

Es ist kein subjektiver Eindruck – das Thema burnout rauscht munter weiter im deutschen Blätterwald. Jetzt macht auch managerSeminare damit auf.  Erfreulich an diesem Artikel: Endlich wird auch von der Verantwortung der Unternehmen gesprochen. Es greife zu kurz, heißt es da, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Stress-Coachings und Zeitmanagement-Seminaren zu einem Mutter-Teresa-würdigen Durchhaltevermögen verhelfen wollen. Ganz klar wird das Vorurteil, Burnout-Betroffene seien selber schuld, weil sie eben nicht nein sagen könnten,  angesprochen und relativiert: Nicht nur am Einzelnen liege es, sondern auch an den Unternehmensstrukturen, die immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern verteilen.

- Meine Rede!  Hat die Autorin mein Buch „Runterschalten!“ gelesen?

Es freut mich jedenfalls sehr, dass in die Vernebelungs-Taktik, Burnout-Betroffene auch noch zu „Deserteuren“ abzustempeln, langsam Licht kommt. Die Verantwortung der Führungskräfte wird deutlich genannt, aber auch, dass diese oft schon mit der Sorge für die eigene Gesundheit überfordert sind.

Mehr davon. Solche Artikel helfen, die allgemeine Wahrnehmung des Phänomens „Burnout“ endlich zu korrigieren. Dem Schlusswort, ein Zitat von Gunther Schmidt, habe ich nichts hinzuzufügen: „Das Ziel ist, die eigene Endlichkeit achtungsvoll zu akzeptieren.“

Burnout überall, auch im Spiegel.

03. Aug 2011

Im April diesen Jahres machte das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ mit dem Thema „Burnout“ auf.  Das Titelbild zeigte wahlweise einen männlichen oder eine weibliche Burnout-Kandidat/in im Spiegel-Kasten eingekerkert.

Gerade drei Monate später kam im Juli, also gerade noch erinnerbar für alle im Hamsterrad, der neue Titel über Burnout-Prävention. Und logisch: Da waren die Titelfrauen bzw -. Männer am Herauskrabbeln aus dem Kasten.

Mehr dazu hier.

Krank im und am Herzen: Typisch für Manager?

16. Jun 2011

Ein Leser von „Runterschalten!“ hat hier einen Kommentar veröffentlicht, der unter anderem von seiner Herzkrankheit berichtet und mir zu Herzen gegangen ist. Er schreibt: „Der Manager opfert in der ersten Hälfte seines Berufslebens seine Gesundheit, um viel Geld zu verdienen, damit er es in der zweiten Hälfte ausgibt, um seine Gesundheit wieder zu erlangen. Wie doof ist das denn?“

Ich habe mich dann mal mit dem Begriff „Managerkrankheit“ auf die Suche gemacht – kaum zu glauben, was man da alles findet. Von dubiosen Einträgen über eine „Gefühlsblindheit“ genannte Störung bis zu den erwartbaren Berichten über Krankheiten des Herz-, Kreislaufsystems war alles zu haben. Gemeinsamer Nenner: Das Herz, als Hort der Gefühle und als Lebenspumpe.

Besonders aufschlussreich fand ich diese Trouvaille bei Spiegel online  . Ein Artikel aus dem Jahr 1950 (!), der auf frühe Behandlungsansätze für Manager in den USA abhebt. Politisch völlig unkorrekt ( die political correctness hat man da ja erst in den frühen 90ern erfunden) heißt es da:

Bei näherer Untersuchung erweise sich jedoch oft, daß “seelische Unreife” der Grund für den anormalen Arbeitseifer dieser freiwilligen Ueberstundenarbeiter sei. “Obwohl sie schon längst eine leitende Position erhalten hatten, benahmen sie sich noch immer wie strebsame Schuljungen, die für ihren selbstzerstörerischen ‘Fleiß’ Lob und Befriedigung erwarteten. Ein verarmtes Innenleben und das fehlende Privatleben konnten ihnen das aber nicht bieten.”

So ganz und gar unbeeindruckt von ihrem Status über die Helden der modernen Leistungsgesellschaft zu reden, traut sich heute kaum einer mehr. Aber auch hier geht es wieder um das „verarmte Innenleben“, das der Mensch heutiger Zeit im Herzen verortet. Das war übrigens nicht immer so. Im Mittelalter und in der biblischen Körpersymbolik bis heute ist das Herz Sitz des Verstandes, des Entscheidens und Planens – all jener Fähigkeiten also, die Managern gern in besonderem Mass zugeschrieben werden…

 Und bleibe bei dem, was dir dein Herz rät;

denn du wirst keinen treueren Ratgeber finden.

Denn mit seinem Herzen kann ein Mann oft mehr erkennen,

als sieben Wächter, die oben auf der Warte sitzen.

(Sirach 37, 17-18)

 

Was sagt uns das? – Männer und Manager, achtet auf Euch und auf Euer Herz…!

Erste Reaktionen auf “Runterschalten!”, das Buch zum Downshifting

16. Mrz 2011

Endlich, endlich! Jetzt erreichen mich die ersten Reaktionen zu meinem Buch – ich gebe zu, darauf habe ich ungeduldig gewartet. Die ersten Besprechungen trudeln ein, bei Internet-Buchhandlungen und auf Leseblogs. Mit Erstaunen stelle ich fest: Jede/r Leser/in hat einen anderen Blickwinkel auf mein Buch und pickt sich eigene Rosinen raus. Ein Leser ist Segler, er freut sich über die Seefahrt-Metapher und wie weit sie trägt. Ein anderer erzählt mir in seiner mail von seinen Lebenskrisen und wie er es geschafft hat, sie zu meistern. Eine Leserin kritisiert, dass ich zuwenig über berufstätige Mütter und ihre Situation schreibe. Ein Geschäftsführer berichtet mir von seinem burnout im vergangenen Jahr, und bestätigt meine Sichtweise, dass in Unternehmen in dieser Hinsicht viel falsch gemacht wird. In seiner Firma will er das ändern. Ausserdem kündigt er an, dass er darüber auch ein Buch schreiben will.

Ist das nicht klasse? Ich freue mich sehr über Ihre Rückmeldungen, liebe Leser, und über die Tatsache, dass Sie offenbar etwas ganz eigenes, Ansprechendes in meinem Buch finden.  Ich warte noch ein bisschen und werde – mit Ihrem Einverständnis natürlich – Ihre Kritiken und Anregungen demnächst hier zugänglich machen.

Fastenzeit, mehr vom Weniger: Auch weniger Arbeit?

09. Mrz 2011

Aschermittwoch, Fastenzeit. Auch wenn Sie heute kein Aschekreuz auf der Stirn tragen, liegen jetzt Ideen in der Luft, die ein „weniger ist mehr“ propagieren. Heilfasten in jeglicher Hinsicht – weniger Essen, weniger konsumieren, weniger arbeiten?

Eine offener Widerspruch aus kirchlicher Sicht. Kirchen, und gerade die evangelische bzw. puritanische Richtung, verbreiten ja das Motto „Bete und Arbeite!“ – im Land des Puritanismus wurde der workaholism schließlich erfunden. Aber Widersprüche sind unser täglich Brot und wir haben gelernt, mit ihnen umzugehen. Aus rein pragmatischer Sicht ist offensichtlich: Wer weniger isst, sollte auch weniger arbeiten – sonst haut es ihn oder sie  aus den Latschen.

Aber vielleicht lassen solche Fragen Sie auch kalt und Sie merken an ganz anderer Stelle, dass es jetzt ein guter Zeitpunkt ist, runter zu schalten: Weil Sie Ihre Familie und Freunde kaum mehr sehen, vielleicht. Weil Sie unter Schlafstörungen leiden und sich nicht mehr konzentrieren können. Weil Sie ein Fassadenleben führen. Oder weil Sie sich die Frage nach dem Sinn Ihrer Arbeit stellen und nach dem, was Sie wirklich wollen.  Bleiben Sie dran, an diesen Fragen!

Runterschalten – global gesehen

17. Feb 2011

Es soll ja Menschen geben, die das Runterschalten bzw. Downshifting nicht nur für sich selbst als Aufgabe verstehen, sondern als Dogma für unsere westliche Gesellschaft. Motto auch hier: Weniger ist mehr, achtet auf Euch und Eure Langzeitbedürfnisse, also auch auf Euer Konsumverhalten und die Umwelt. Mir persönlich sträuben sich ja die Haare, wenn es dogmatisch wird. Andererseits: Gehen nicht alle Veränderungen von „Visionären“ aus, die überzeugt sind von ihrer Botschaft und andere damit anstecken? So gesehen gehören Ideen wie Nachhaltigkeit und Obsoleszenz einfach dazu zum Runterschalten, finden Sie nicht?

Grosses Medienecho: Leistungsdruck im Beruf, Stress, Burnout

14. Feb 2011

Hören Sie das? Es rauscht gerade im Medienwald zu einem der Hauptgründe fürs downshifting, dem steigenden Leistungsdruck am Arbeitsplatz. Vor kurzem machte der Spiegel mit dem Thema „Burnout-Syndrom“ auf , auch die “Brigitte” berichtete dazu .

 Heute abend nun beginnt die ARD eine dreiteilige Dokumentation mit dem Titel „Deutschland unter Druck“. Dabei geht es zunächst um den Leistungsdruck bei Kindern, am Mittwoch sind „die getriebenen Erwachsenen“ dran  und am Donnerstag schliesslich „die verunsicherten Alten.“

Sehr begrüssenswert, dass so der öffentliche Diskurs zu diesen Fragen neue Impulse bekommt. Bestimmt sehenswert für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, runterzuschalten. Und vielleicht steckt ja auch ein Funken drin, der unsere Riesenpötte von Unternehmen zum Umlenken bringt: Denn auch Unternehmen sollten endlich Konzepte entwickeln, „nachhaltig“ und „wertschätzend“ mit dem angeblich größten Kapital umzugehen, das sie haben: Dem „Humankapital“.