Was passiert, wenn die Wirtschaft runterschaltet?

 

Die Anzeichen mehren sich: Eine neue Rezession ist in Sicht. Unsere stark exportorientierte Wirtschaft wird runterschalten. Ein System muss Tempo drosseln, und die Freude darüber hält sich in Grenzen – denn nach dem Dafürhalten der System-Repräsentanten ist stetes Wachstum nötig.

Der Frage, ob das ständige Wachstum wirklich für uns Erdenbürger wünschenswert ist, widmet sich ein lesenswerter Artikel von Wolfgang Uchatius  aus dem Jahr 2009. Ganz klar ist er in Bezug auf die Bedürfnisse des Einzelnen:

Selbst wenn sich die Durchschnitts-Meyers all diese Dinge kaufen könnten, wären sie nicht zufriedener als zuvor. Diese Vermutung ist aus Dutzenden von Studien der sogenannten Glücksforschung so gut abgesichert, dass sie schon eine Gewissheit ist. In diesen Untersuchungen haben Wissenschaftler die Zufriedenheit von Menschen gemessen und sie in Bezug zum Wirtschaftswachstum gesetzt. Sie kamen zum Ergebnis: Wachstum macht tatsächlich glücklich, aber nur, wenn man sehr wenig besitzt, wenn es um die ersten großen Sprünge geht. Auto statt Fahrrad, Wohnung statt WG-Zimmer, Waschmaschine statt Waschsalon. Ab einem gewissen Niveau hebt das Wirtschaftswachstum die Zufriedenheit nicht mehr.

Soweit, so gut  – wenn Sie mein Buch „Runterschalten!“ kennen, werden Ihnen solche Erkenntnisse nicht neu sein.  Was aber, wenn  die Wirtschaft runterschaltet? Ist das (mal wieder!) das Ende unseres irdischen Glücks?

Im besagten Artikel blitzen Begriffe wie „glückliche Stagnation“  und „Nachhaltigkeit“ auf,  weniger bekannte Wirtschaftskonzepte ohne „eingebauten“ Zuwachs werden vorgestellt. Nur weil wir diese Ideen noch nicht kennen, müssen sie ja nicht unpraktikabel sein, folgert der Autor mit Hinweis auf den von Leonardo vor 400 Jahren erfundenen und erst im letzten Jahrhundert gebauten Hubschrauber.

Recht hat er. Ob wir nun als Gesellschaft oder als Einzelner runterschalten, wir sollten „lateral“ denken (lernen), für neue Ideen offen sein. Dass wir  wieder 400 Jahre Zeit dafür haben, bezweifle ich allerdings….

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